Tandrik der Stille

Mittelreich, Herzogtum Nordmarken,
als Drittes von fünf Kindern eines Schmiedes in einem unbedeutenden Dorf im Grenzland zwischen den Nordmarken und Albernia geboren lernte Tandrik schon früh mit Entbehrungen umzugehen. Die Mutter war im Kindsbett seiner jüngsten Schwester gestorben. Das Leben war hart und einfach aber Tandriks Vater Aslan versuchte sein Bestes seinen Söhnen und Töchtern Werte wie Loyalität, Treue und Gottesfurcht zu vermitteln.   Als Gehilfe in der Schmiede seines Vaters, schwang er den Hammer nicht als Kräftigster aber sehr geschickt bis zu dem Tag als die Grenzstreitigkeit zweier unbedeutender Adeliger eskalierte. Nach Anspruch auf das Land des Rivalen in Albernia, erfolgte auch in Tandriks Dorf der Ruf zu den Waffen. Ermutigt von seinem Vater befolgte er diesen selbstverständlich mit seinen zwei älteren Brüdern. Doch angeheuerte Söldner wechselten nach einer Bestechung die Seiten und es kam zu einem Massaker.

tandrik

Tandrik der Stille

Schwer verwundet und für tot gehalten wurde Tandrik in der Nacht zurückgelassen in der kein Greif erschien um den Verrat zu bestrafen und Gerechtigkeit walten zu lassen, keine Löwin forderte die Ehre des Kampfes, keine Wildgans gackerte von Treue und Loyalität, kein Rabe schenkte ihm den ewigen Schlaf oder das Vergessen, keine Schlange flüsterte ihm ins Ohr wie er seine Schmerzen lindern konnte, keine Eidechse zeigte ihm den Weg   zurück aus der Dunkelheit ,kein Fuchs war erschienen um den schweren Treffer abzuwehren und kein Storch schwang sich vom Himmel herab um seine Wunden zu verschließen. Nach ungewisser Zeit wurde der halbtote Tandrik von einer Gruppe Bewaffneter aus der Nordmark   gefunden und versorgt. Als er letztendlich wieder stark genug war alleine gehen zu können kehrte er zurück in sein Dorf. Doch nichts war mehr wie zuvor, seine Brüder tot , sein Vater ein von Trauer zerfressener und gebrochener   Mann.   In dieser Zeit und mit der Erkenntnis   dass mit genug Gold alles möglich sei, schwor sich Tandrik fortan alles daran zu setzen nie wieder arm zu sein. Nie wieder würde er verraten werden können weil jemand mehr Gold haben würde um sich Loyalität zu erkaufen. Doch wie sollte er dies anstellen? In seinem Dorf war kein Reichtum zu erlangen. Er zog sich grübelnd und in sich gekehrt in die Schmiede seines Vaters zurück und fing an zu arbeiten. Er schmiedete, zerbrach Klingen und Blätter die ihm schwach erschienen und schmolz sie wieder ein. Nachdem ihn alle Götter im Stich gelassen hatten, erkannte er dass bei all der Vergänglichkeit Stahl das einzig beständige war. Stahl bedeutet Stärke, geschwungen oder geschmiedet. Stahl konnte zerbrechen und in neuer Form wieder auferstehen. Nachdem er tagelang bis zur Erschöpfung gearbeitet hatte ließ er letztendlich am elften Tag den Hammer sinken und betrachtete was er geschmiedet hatte. Es war kein elegantes Schwert aber es würde seinen Zweck für den Anfang erfüllen. Sein Vater verfiel in dieser Zeit kummerdurchtränkt immer mehr dem Alkohol und seine beiden Schwestern versuchten mit aller Kraft die Familie zusammenzuhalten indem sie in der Taverne und den Feldern vor dem Dorf arbeiteten. Eines Nachts machte ein kleiner Erkundungstrupp von drei Soldaten aus Albernia  in der Taverne halt und nahmen sich die jüngste Schwester im Weinrausch mit Gewalt. Tandrik, außer sich vor Zorn, verlangte von seinem Vater diese Gräueltat mit ihm zusammen zu rächen doch der angetrunkene Narr saß nur stinkend und lallend vor seinem Bett. Keiner weiß genau was in dieser Nacht in dem Haus passierte, jedoch kam es in den frühen Morgenstunden zu einem Brand in der Schmiede, wahrscheinlich hatte Aslan im Rausch die Glut nicht richtig gelöscht und Funken hatten zu dem Brand geführt in dem er umkam und Tandrik verschwand. Seinen Nachnamen legte er in dieser Nacht für immer ab. Drei Tage später fand man die Soldaten im Wald. Zuerst glaubten die Dorfbewohner ein Keiler oder Schlimmeres hätte die Männer so zugerichtet, doch dann fand man einen alten, blutgetränkten Schmiedehammer.

Tandrik tauchte wenig später an der Grenze zum Land der Schwarzpelze auf und schloss sich einer Gruppe von Orkjägern an mit denen er eine Zeitlang die Schwarzpelze jagte, ihre Waffen wartete und im Gegenzug das Kämpfen gelehrt bekam. Seit dieser Zeit war er in vielen Konflikten und für viele Herren tätig ohne je dem erstrebten Ziel von Reichtum und Macht auch nur ansatzweise nahe zu kommen. Vielmehr erkannte er mit der Zeit dass er eigentlich nur zu dem geworden war was er doch so abgrundtief hasste: jemand dessen Loyalität man mit Gold kaufen konnte. Diese Selbsterkenntnis ließ ihn noch verschlossener und aufbrausender werden.

An seinem Ziel und Grundsätzen: “Gold durch Stahl oder Stahl durch Gold“ hält er jedoch weiterhin fest, mittlerweile jedoch eher aus Ermangelung an Alternativen. Eine gute Klinge ist für ihn weiterhin der treuste Gefährte, auch wenn er in seiner Zeit als Söldner mittlerweile auch durchaus Beispiele von echter Kameradschaft und Loyalität erfahren hat. Diesen Erfahrungen begegnet er immer zuerst mit Vorsicht und Verwirrung. Den Beinamen „der Stille“ beruht nicht auf seiner verschwiegenen Art, sondern vielmehr auf mehrere Situationen in denen er bei einem Konflikt oder einer Provokation ohne ein Wort zu sagen seinen Kontrahenten tötete. Seine Ausrüstung erscheint auf den ersten Blick zwar alt und abgewetzt, ist jedoch hervorragend gewartet und gepflegt.

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