Das Ende des Alptraums

(verfasst von Kyrillion)

Lieber Leser,

ich entschuldige mich für die Pause, aber ich bin die letzten Tage nicht ganz bei mir. Diese Träume machen einen fertig. Nicht nur ich, sondern die ganze Gruppe hat darunter zu leiden. Wir haben unser Quartier in dem verlassenen Tsa-Tempel aufgeschlagen. Hier sind die Träume zu verkraften und wir haben eine kleine Verschnaufpause. Doch wir müssen schnell weiter. Edo überreicht Verian mit Vorsicht seinen Steindolch, seiner Behauptung nach wäre dieser magisch, unzerstörbar und würde gegen Dämonen helfen. Verian kann gut mit solchen Klingen umgehen, vielleicht hilft es uns ja in der Zukunft. Verian hingegen verteilt noch je einen Heiltrank und eine Phiole mit blauer, glitzernder Flüssigkeit, die er anscheinend im Tempel gefunden hat. Sie trägt die Aufschrift: „Verschenke es und größter Segen wird zuteil werden“.

Wir müssen den Berg über eine Serpentine hinauf zur Burg in der sich Korobar aufhält. Oben angekommen nagt der Zahn der Zeit an jedem von uns. Alles und jeder altert schneller als ihm lieb ist. Auch wenn ich dadurch sehe, dass das Alter an meiner Schönheit nichts ausrichten kann, bin ich beunruhigt dass wir zu alt werden könnten um unser Ziel zu erreichen. Einzig der Turm ist einigermaßen erhalten. Von der Aussichtsplattform des Turms zeigt sich Korobar und verhöhnt uns. Auch er ist Uralt. Aus den Schießscharten tauchen Armbrüste auf und schießen auf uns. Taon und Verian rennen gegen die Tür in der Hoffnung sie würde aufgehen. Leider prallen sie von Ihr ab. Die Bolzen verfehlen uns nur knapp. Während Verian versucht die Tür zu knacken fängt Taon an behände die Wand hinauf zu klettern um einen anderen Eingang zu finden. Edo und ich schießen auf die Armbrüste und einem Schmerzensschrei und Fluchen zu urteilen scheine ich mit Phexens Segen getroffen zu haben. Taon und Verian können sich zeitgleich Eintritt verschaffen und wir eilen in den Turm, wo wir vor den Armbrustbolzen sicher sind. Doch im Inneren werden wir von Skeletten attackiert. Nachdem wir die Skelette im Erdgeschoss erledigt haben hören wir auch schon das Rasseln im ersten Stock und nicht nur weitere Skelette tauchen auf, sondern auch eine Söldnerin der Formidablen Sechs. Sie scheint nicht wirklich bei sich zu sein und greift auch sofort an. Getrieben von der Hoffnung seine schwangere Schwester retten zu können scheint kein Gegner ob Untot oder lebendig Verian gewachsen zu sein. Im obersten Stockwerk finden wir Korobar und den Zwerg, welchen ich mit meinem Schuss verwundet hatte vor. Taon und Verian machen kurzen Prozess mit Beiden. Taon zwingt den Zwerg zur Aufgabe der sich mit unheiligen Worten aus einem Fenster stürzt. Verian hingegen erledigt mit unbezwingbarem Hass im Gesicht Korobar und weicht dabei sogar einem Flammenstrahl aus. Doch auch hier oben ist keine Spur von Verians Schwester oder anderen Gefangenen. Edo setzt wieder seinen magischen Blick auf und drängt uns ins untere Stockwerk. Wir (außer Edo) trinken unsere Tränke mit der blauen Flüssigkeit und fühlen uns wieder etwas jünger und kräftiger. Im Keller würde etwas vor sich gehen. Im Keller finden wir einen Altar sowie zwei Statuen. Die Statuen zeigen einen 13 gehörnten Drachen und eine Hornechse. Edo wischt ein aufgemaltes Zeichen weg und wird wie von Rondras Zorn getroffen gegen die Wand geschleudert. Daraufhin finden wir eine weitere Falltür. Als wir die Falltür öffnen erscheint ein Säure triefendes Wesen aus den Niederhöllen. Seine Körperflüssigkeiten zersetzen Leder, Metall und Fleisch, doch auch diese unheilige Kreatur ist unserer Entschlossenheit nicht gewachsen.

Der Raum unterhalb der Falltür scheint nicht aus dieser Welt zu sein. Eine graue Leere erfüllt den gesamten Raum, kein Wort kann gesprochen werden und irgendetwas wird von einer Schutzkuppel beschützt, darin kann man einen dreizehn-zackigen Stern erkennen, alles weitere innerhalb der Kuppel wird von Nebel umhüllt. Bei meinem Versuch eine der Statuen auf die Kuppel drauf fallen zu lassen erscheint eine Schrift über eine der Staturen mit den Worten: „Weiche zurück oder stirb Verdammter“.

Verian zertrümmert die Kuppel mit Edos Dolch, der leider dabei zerbirst. Taon klettert, oder besser gesagt gleitet in dem Raum und verschwindet im Nebel, anscheinend ist dort Sumus Griff gelockert. Wir springen hinterher und uns bietet sich eine alptraumhafte Szenerie. In einem Beschwörungskreis mit 13 Ecken steht Verians Schwester deutlich gealtert auf etwa 80 Sommer in der Mitte des Sterns, sie hält über ihrem Kopf einen roten Rubin in die Höhe. An jeder Ecke sind weitere Gefangene angekettet und alle winden sich vor Schmerzen. Verian macht sich in die Mitte auf und ich schwebe an einem Bewusstlosen Urdo vorbei. Doch ich kann nicht anhalten, ich erkenne eine 30 Jahre alte Version von Verians Schwester. Es gibt sie zweimal? Ich kann sie erreichen und von Ihren Fesseln befreien und wegschaffen. Taon kümmert sich derweil um Urdo, während Edo sein vor einer weile beschworenes Feuerelementar anweist Verians Schwester zu töten um dieses Ritual zu beenden. Daria geht in Flammen auf. Ich sehe noch wie Verian seinen Dolch in seine Schwester treibt um sie von den Qualen zu erlösen als ein weiteres mal die Niederhölle über uns hereinbricht. Mein Leben zieht an mir vorüber und ich entschwinde in eine borongefällige Ohnmacht.

Als ich die Augen wieder aufschlage steht der alte Zornbold über mir und blickt mich an.  Verian verpasst Edo einen Schlag ins Gesicht und läuft zu der 30 Jährigen Daria. Edo hat seinen blau glitzernden Trank aufbewahrt und will ihn Verian als Entschuldigung anbieten, dieser schlägt ihn aus seiner Hand, er kullert zu Boden. Ich schnappe mit den Trank und überlege nicht lange; ich gebe ihn Daria. Sie wird wieder zu dem was sie eigentlich ist, Verians Nichte, ein ein Jahr altes Kleinkind. Verian nimmt sie auf und verschwindet im Wald ohne sich umzusehen. Er wird auch nicht mehr von uns gefunden.

Wir anderen werden nun dutzende Male Verhört und müssen erzählen was uns passiert ist. Nachdem wir als unschuldig entlassen werden treffen wir noch im Traviatempel die Geweihte wieder, welche wir retten konnten. Das Geld was sie uns bietet, soll sie für gute Zwecke verwenden. Danach lasse ich mir meine Ausrüstung ersetzen und Trenne mich von den anderen. Auch wenn ich nicht sage wohin ich Reisen will werden sie wohl von mir hören und mich finden wenn sie mich brauchen.

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