Durch den Dschungel von Maraskan

(verfasst von Kyrillion)

Bevor wir von Punin nach Khunchom aufbrechen gebe ich noch zwei Briefe bei den Beilunkern Reitern auf. Ein zweiter an Modino di Carlotta und einer an Hesindiane ya Grangour. Falls ihr euch fragt wer das sein soll, der kann dies gerne in den früheren Geschichten um Firunsbrück und Grangor nachlesen. Ich verspreche euch Spannung und Tragödie.

Wir verlassen Punin ohne unsere Pferde und nehmen ab dem Mhanadi ein Schiff um nach Khunchom zu gelangen. Rashdul passieren wir zügig. Nachdem was Dschef uns erzählt hat, ist die neue Spektabilität der Akademie nun seine Tochter Belizeth. Diese scheint sich eher auf Dämonen zu verstehen und ich glaube nicht, dass sie uns wohlgesonnen sein dürfte. Interessanter sind da schon die Ruinen von Zhamorrah, eine sehr geschichtsträchtige Stätte. Auf jedem Stein sind merkwürdige Symbole aufgemalt die Hesindian deuten kann. Es scheint sich um Zhayad zu handeln. Er liest öfters den Namen Erhaban, welcher wohl einer der Magiermogule gewesen sein soll. Leider haben wir keine Zeit um weiter Forschungen anzustellen und reisen weiter. Am Abend erreichen wir das Dorf Borba. Komischer Name für ein Dorf und die Einwohner munkeln, dass Borbarad sich nach dem Dorf benannt hat und hier sein geheimes Labor versteckt wäre. Viel interessanter ist aber die Heilige Eiche der TSA die hier steht. Ein prachtvoller Baum dessen Blätter im Sonnenlicht in allen Farben des Regenbogens strahlen. Ein gute Ort um Rast zu machen. Die Namenlosen Tage verstreichen wieder Ereignislos. Ein Segen, wenn ich bedenke was unser Ziel ist. Den Rest der Reise kann ich hier getrost überspringen und wir erreichen am 5. Praois 1019 Khunchom, die Perle Mhanadis.

Eine eindrucksvolle Stadt, wir vergeuden keine Zeit und gehen zu Hafen. Dort kommt eine junge verwegene Frau auf uns zu und stellt sich als Jelina vor. Wir reden etwas um den heißen Brei herum und als Marike unsere Schiefertäfelchen der Al’Anfaner Boronkirche zeigt, gibt sie uns Auskunft über unsere Schiffspassage nach Maraskan. Doch bevor wir auf das Schiff gehen sollen wir noch in der Drachenei Akademie vorbeischauen. Wir würden erwartet werden.

Die Akademie ist beeindruckend. Schon das riesige Tor scheint aus einem Stück zu sein und nur Hesindian kann es ohne Probleme öffnen. Walter und ich bekommen einen Schlag als wir das Tor auch nur ganz flüchtig berühren. Im Inneren werden wir von einem Korgeweihten empfangen der zu den Leibwächtern der Akademie gehört.

Nachdem wir gefragt haben, von wem wir erwartet werden, erfahren wir, dass es sich um die Spektabilität Khadil Okharim persönlich handelt. Wir werden durch die Gänge geführt und erreichen die Gemächer seiner Spektabilität. Wir laufen über einen Teppich und jeglicher Schmutz und Staub wird von uns gesaugt und es ist, als wenn wir durch eine Sauberkeitsbarriere gegangen wären. Aus unserem Staub formt sich eine Frau aus Luft und begrüßt uns. Sie wäre Wolkenflug, die Sekretärin von Khadil Okharim. Hinter einem Vorhang liegt noch ein größerer Raum und dort wartet Okharim auf uns.

Schüsseln mit Essen und Wasserpfeifen stehen bereit, denn wir warten anscheinend noch auf zwei weitere Gäste sagt uns Khadil Okharim.

Nach kurzer Zeit fängt der Raum an zu wackeln und auf dem Teppich in der Mitte entsteht ein Strudel aus dem Rauch aufsteigt. Aus dem Rauch treten Dscheff und Edo sowie ein grimmig dreinblickender Luftdschinn heraus. Edo sieht ein wenig zittrig aus doch Dscheff scheint diese Art zu reisen nichts auszumachen. Er und Khadil begrüßen sich und lassen uns alleine.

Wir freuen uns Edo endlich wiederzusehen und unterhalten uns eine Weile. Auch wenn wir ihm nichts Genaues von dem Erlebten mit der Praioskirche erzählen können, versuchen wir so viel wie möglich zu erläutern. Auch Edo erzählt ein wenig, hat aber weder Verian, den Mörder seines Vaters, noch den blonden Kerl finden können.
Hesindian macht wieder etwas mit seiner Schlange und schaut sich mit ihr die Umgebung an, was Edo fasziniert. Beide starren sich eine Zeitlang an da fragt die Schlange Hesindian, ob sie Edo vernichten soll. Hesindian verneint aber Edo schaut etwas ängstlich aus. Der Luftdschinn von Khadil Okharim kommt herein und richtet Hesindian aus, dass er gerne die Schlange käuflich erwerben würde für 20000 Dukaten. Hesindian scheint den Wert seines „Spielzeuges“ so langsam zu begreifen, lehnt aber das Angebot ab.

Wir berichten Edo nun von unserem Auftrag durch die Boronkirche und dass wir nach Maraskan müssen. Wir grübeln schon mal was wir alles an Ausrüstung brauchen. Als Hesindian den Vorhang beiseite zieht liegen die beiden Magier Kopf an Kopf auf den Boden und scheinen alles auf magische Weise mitgehört zu haben. Nirgends ist man wirklich ungestört.

Wir verlassen die Akademie, bekommen aber noch eine weitere Einladung ausgesprochen für den Fall, dass wir wieder zurückkommen. Auf dem Markt kaufen wir schon einmal einige Sachen ein und treffen auch auf Jelina. Diese bringt uns auf das Schiff wo wir unsere Sachen abladen können. Die „Perlbeisser“ sieht nicht wie ein Hochseeschiff aus und ich hoffe inständig, dass wir heil auf Maraskan ankommen. Der Kapitän der Perlbeisser Haimamut scheint da aber sehr zuversichtlich zu sein. Neben Jelina und Haimamut werden noch 28 Matrosen mit von dem Turn sein. Am nächsten Morgen wird unsere Fahrt nach „Perricum“ starten. Wir werden also an Bord nächtigen. In unserer Kajüte befindet sich eine Kiste mit etwas Ausrüstung für uns. Ein Lichtstein, zwei Einbeertränke, Tee und Gift. Ich hoffe niemand von uns zieht in Erwägung dieses zu benutzen. Ich hingegen habe drei Liter Wasser in Feldflaschen mit an Bord genommen und lasse mir ein wenig Zeit. Es gelingt mir und ich kann uns mit sehr feinem Met versorgen und an Rahjas Gaben erfreuen. Marike scheint sehr entzückt zu sein über diese Spielerei. In der Nacht habe ich nach langer Zeit wieder einmal einen Traum:

Ich bin in einem Tempel der von einer unheimlichen Schwärze erfüllt ist. Ich kann leider nicht sagen was für ein Tempel dies ist. Ich bin alleine in dem Tempel und sehe auch keine Anzeichen, dass andere in der Nähe wären. Da bewegt sich auf einmal ein schwarzer Schleier in Schwaden auf mich zu. Aus dem Schleier kommt eine Hand mit sechs Fingern die mich greifen will…

Ich wache auf. Diesmal erzähle ich gleich von meinem Traum. Gerade die Hand mit den sechs Fingern verstört mich ein wenig. Da war auch etwas mit sechs Fingern in dem Brief von Urdo. Sein Maraskan-Kundschaftler Borotin hat wohl an jeder Hand einen Finger mehr. Dies ist sehr verdächtig. Und von wegen wir starten heute Morgen mit der Überfahrt, wir scheinen schon eine ganze Weile unterwegs zu sein. An Deck sehen wir am Horizont einen Sturm aufziehen doch hoffentlich müssen wir da nicht durchfahren. Da ertönt ein Ruf: „Zorniger Greif auf Achtern“. Ich begebe mich unter Deck und lege mich in eine der Hängematten. Oben wäre ich auch nicht zu gebrauchen. Ein weiterer Ruf ertönt und ein weiteres Schiff versucht uns abzufangen. Der Kapitän schickt die anderen auch in unsere Kajüte da er nun in den Sturm lenken wird. Wir scheinen zwar den Wettlauf zu gewinnen dennoch wird der Mast über unserer Kajüte und ein Stück unserer Decke weggerissen. Plötzlich ist es still und ruhig. Wir befinden uns im Auge des Sturms und haben eine kurze Galgenfrist bis die Hölle weitergeht. Wir verarzten die verwundeten und helfen ein wenig beim Reparieren der Schäden. Das Ende vom Auge des Sturms kommt immer näher und so binden wir uns an Deck fest, damit wir nicht über Bord gerissen werden. Als wir aus dem Sturm rauskommen, sind wir bis auf die Knochen durchnässt und haben auch unsere anderen Masten verloren. Wir treiben nun fast manövrierunfähig auf eine Steilküste zu. Kurz bevor wir uns auf den Aufprall vorbereiten, öffnet sich die Küste und wir erblicken eine Bucht mit Sandstrand. Der Kapitän kann durch all sein Können an den Felsen vorbeilenken und wir laufen 200 Meter vor der Bucht auf Grund. Mit selbst gebastelten Flößen schaffen wir die Verwundeten und die Crew an den Strand und schlafen daraufhin sofort und erschöpft ein.

Ich öffne meine Augen und es ist schwül und heiß. Etwas krabbelt an mir herum. Ich schaue an mir herab und sehe unzählige fingergroße Ameisen, die über mich und alle anderen krabbeln. Wir waschen die Ameisen weg und wecken den Rest auf. Wir brauchen unbedingt Vorräte und suchen den Strand und die Anfänge des Dschungels ab. Der Kapitän gibt uns eine Karte von dem Gebiet denn er hat vor mit dem Schiff wieder zurück zu fahren, rudern oder Segeln. Wir haben eine Wasserquelle und etwas zu Essen für den morgigen Tag gefunden, werden aber noch eine Nacht am Strand verbringen. 130 Meilen bis Tuzak werden noch schwierig genug werden, da kann etwas Schlaf nach all den Strapazen nicht schaden. Kurz vor Morgengrauen bemerkt Walter, der Wache hält, dass sich gut zwei Dutzend an uns heranschleichen. Nachdem Alle geweckt sind warten wir ab was passiert. Es scheinen Rebellen zu sein und deren Anführerin verhandelt mit dem Kapitän in einer Sprache die wir alle nicht verstehen. Auch zu uns schauen sie immer wieder, doch wieso wissen wir erst nicht. Jelina kommt auf uns zu und erklärt uns, dass die Rebellen die Wipfeltiger seien und die Anführerin Angiesab hieße. Sie wollen sicher gehen, dass wir nichts Böses im Schilde führen und uns als „Gäste“ mit in ihr Lager nehmen. Ich schaue mir das Seelentier der Anführerin an und es scheint eine Art Jaguar zu sein, die ich aber vorher noch nicht gesehen habe. Da wir in der Unterzahl sind und nicht verhandeln können, fügen wir uns und gehen mit den Rebellen mit. Nach einer längeren Wanderung kommen wir in dem Lager der Wipfeltiger an. Sie haben ein Dorf in den Bäumen geschaffen. Mehrere Baumhäuser werden mit Hängebrücken miteinander verbunden. Wir werden zum höchsten Bauhaus gebracht in dem der richtige Anführer der Wipfeltiger wohl schon auf uns wartete. Ein Mann augenscheinlich aus dem Mittelreich mit Tuzakmesser der sich als Colonel Orisin von Hira vorstellt. Marike erinnert sich einmal von einem Ordino von Ragat gehört zu haben, der auf Maraskan desertierte. Sie sagt es ihm auch auf den Kopf zu und Orisin verneint es nicht. Dennoch scheint der Mann ganz vernünftig zu sein. Wir erklären ihm was wir wollen und er wird uns weiterziehen lassen. Auch berichtet er, dass eine Rebellengruppe im Jahr 1015 die Mine oder Karawane überfallen hätte. Dann wäre die Gruppe aber aufgerieben worden. Mehr zu der Sache weiß er nicht zu berichten. Aus dank scheue ich mir das gebrochene Bein eines kleinen Jungen an und verbessere seinen Verband damit das Bein richtig heilen kann. Doch nachdem ich einen Heilsegen auf den Kleinen gesprochen habe, sehe ich eine komische Gestalt im Bett neben ihm. Ein Echsenmensch. Das erste Mal, dass ich einem begegnet bin. Dies scheint auch meine Konzentration zu Stören und ich kann leider nicht sein Seelentier anschauen. Dabei hätte ich es zu gerne gesehen. Auch scheint es so als ob ich ein Teil meines Glückes verloren hätte.

Wir stehen alle noch um ihn herum und versuchen zu kommunizieren, als von hinten ein zischendes Geräusch ertönt. Wir drehen uns erstaunt um und sehen, dass die Geräusche von Edo kommen. Er scheint die Sprache zu können. Edo findet heraus, dass der Achaz auf der Suche nach jemand wäre und von einem Hüter des Szepters ausgesandt wurde. Auch von einem Abgesandten von Akrobaal ist die Rede und etwas über eine Kröte oder Krötensinn. Jedenfalls verdächtig nach der dritten Zeile der Prophezeiung über die Gezeichneten. Wer genaueres wissen will sollte wohl besser mit Edo reden, scheint die Sprache doch sehr schwer und somit konnte ich nicht alles mitverfolgen. Orisin erzählt uns noch, dass der Achaz alle paar Tage über Nacht verschwindet und am nächsten Morgen wieder aufgetaucht ist, wohl um zu essen.
Am nächsten Morgen wollen wir weiterziehen. Orisin hat uns den Namen eine Dorfes auf dem Weg nach Tuzak gegeben. Das Dorf heißt Arudan. Die Orientierung fällt uns sichtlich schwer, kann man sich hier nicht auf den Himmel verlassen und noch dazu ist die Gegend und vollkommen unbekannt.

Karte Maraskan ingame.PNG

Ingame Karte Maraskans

Taon kann nach einiger Zeit einen Trampelpfad finden und wir folgen diesem. Wir kommen an einem Hochstand und hören ein schnarchen von oben. Mit Rufen wecken wir die Wache und als sie runterkommen will, fällt er die Leiter runter und bricht sich das Genick. Seine Fahne ist beachtlich, nüchtern war der zu keinem Zeitpunkt. Marike klettert auf den Hochsitz und hört Axtschläge und Stimmen aus einer Richtung. Wir bestatten die Wache und laufen in Richtung der Stimmen. Wir erreichen eine Art Fort. Doch ist es sehr heruntergekommen und wir sehen die Soldaten beim Trinken und Messerwerfen. Einer sitzt apathisch in einem Käfig. Vor dem Fort sehen wir zwei weitere Soldaten mit rostigen Kettenhemden ohne Unterkleidung mit Äxten einen Baum bearbeiten der wohl in 100 Jahren noch nicht gefällt ist. Der Hauptmann begrüßt uns und stellt sich als Rasta von Ehrenholm vor. Sie wären die Speerspitze der Mittelreichischen Armee und würden das Fort wieder Aufbauen bis die Ablösung erscheinen würde. Er scheint schon etwas dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein. Wir dürfen zum Abendessen bleiben, es gibt Affe. Ich habe noch nie ein schlechteres Essen gesehen und gegessen. Trotz Speisesegen schmeckt es absolut widerlich. Hier läuft etwas falsch im Fort Retoglück wenn selbst die Götter einen zu verlassen scheinen. Wer hier länger bleibt wird entweder so verrückt von Rasta oder stirbt. Wir bleiben auch nur über Nacht und machen uns sofort auf weiter nach Alrudan. Wir sind schon zwei Stunden von dem Fort entfernt, da merken wir, dass uns jemand folgt. Es ist einer der Soldaten, Eigon Eschlauf. Es wäre zwar eine Verwechslung gewesen die ihn hier her gebracht hat, aber der Hauptmann hätte ihn nicht mehr ziehen lassen. Wir beglückwünschen ihn zu seiner Flucht und nehmen ihn mit. Wir passieren noch ein Dorf von gut 20 Einwohnern, die uns sehr Gastfreundlich über Nacht aufnehmen. Dies ist sehr Komfortabel wenn wir die Umstände betrachten. Am 10. Praios ist es soweit und wir erreichen Alrudan. Die Menschen stürmen auf uns zu und versuchen uns allerlei Tand anzudrehen und die Kinder reden auf uns ein. Leider verstehen wir nicht was sie sagen. Hier gibt es sogar einen Garnison der Mittelreicher, doch bevor wir vorstellig werden entdecken wir ein schwarzes Brett. Es ist ein Schock, denn die Steckbriefe dort sind so exzellent gezeichnet, als wenn wir Model gestanden hätten. Irgendwer hat uns verraten und die Zahl derer, die wissen was wir vorhaben ist gering. Ich hoffe wie können schnell unseren Auftrag erledigen und dann von dieser verdammten Insel verschwinden.

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