Ein dunkler Verbündeter und ein alter Feind

(verfasst von Kyrillion)

Gorbas ist Tod. Die Kehle wurde ihm so tief durgeschnitten, dass nicht einmal Edos Magie ihm helfen konnte. Alessa, Marike und Taon verfolgen die flüchtigen Attentäter, während Hesindian, Edo und ich zurückgeblieben sind. Als erstes holen wir den Diener und müssen den armen Kerl erst einmal beruhigen und auch davon überzeugen, dass wir nicht die Mörder sind. Danach können wir uns daran machen den Tatort zu untersuchen. Edo findet die Flasche mit dem Schnaps, den Gorbas uns anbieten wollte und einige Kästchen mit Pulvern. Eines davon ist noch verschlossen. Es scheint sich um Gift zu handeln. Hat Gorbas die Attentäter erwischt wie sie uns alle vergiften wollten? Oder ist vielleicht sogar Gorbas der Giftmischer. Bevor ich diese Vermutung äußern kann, hat sich Edo mit seinem Dolch schon an dem Kästchen zu schaffen gemacht. Ich gehe, eine üble Vorahnung habend, ein paar Schritte zurück. Da bricht das Kästchen auf und Edo atmet weißen Staub ein. Unser Druide scheint ein Faible dafür zu haben, sich selber zu vergiften. Ich erinnere die Leser gerne an Maraskan, wo er auch unbedacht das Wasser trank. Zum Glück kann er sich selber Heilen und hat hoffentlich aus dieser Aktion gelernt. Hesindian und ich haben derweil die Dokumente von Gorbas durchforstet und Lieferschein sowie Brief gefunden, der darauf schließen lässt, dass er Gift an die Borbaradianer geliefert hat. Wäre dies hier nicht passiert, hätten wir nur den Tod gefunden und keinen Verbündeten. Hesindian merkt an, dass er ein ungutes Gefühl hat. Von den anderen dreien hört man nichts. Also wollen auch wir nun hinterher. Wir kommen aber nicht weit da fliegt eine Kugel auf uns zu und ich verliere mein Bewusstsein.

Ich wache langsam wieder auf. Wir scheinen alle unversehrt zu sein, aber nicht mehr in Gorbas Villa. Umringt von Tulamiden in zumeist schwarzen Roben kann ich die ersten klaren Gedanken fassen. Ein Mann tritt aus dem Kreis heraus und stellt sich als Savertin vor. Er hat auch eine Gewisse Ähnlichkeit mit Verian. Doch sein Seelentier ist ein Rochen ohne verdächtigen Schatten. Er klärt uns auf, dass wir nun in Mirham in der Akademie sind und umringt von „Den Schatten“. Wir wurden wohl durch eine Art Teleport hierhergebracht. Wir blicken durch die Reihen und erkennen ein Gesicht wieder. Einer unserer Diener aus Punin gehört also der Gilde an. Wir scheinen nirgends davor sicher zu sein, abgehört zu werden.

Die Schatten machen uns ein Angebot. Die erste Gilde der Magier tritt an uns heran und es ist ausgerechnet die der schwarzen Magier. Ein Bündnis gegen Borbarad um des Leumund willens ist vielleicht nicht der richtige Grund, aber können wir ein solches Angebot ablehnen? Taon ist der erste der dafür ist. Der Rest hat auch weniger bedenken, bis auf Hesindian und mich. Hesindian schließt es komplett aus und ich muss ihm die Entscheidung abnehmen. Zugegeben: anzumerken, dass er keiner der Gezeichneten ist, war unfair. Dennoch kann er eine weiße Robe behalten und muss nicht unterschreiben. Ich hingegen tue mich mit der Entscheidung sehr schwer. Ich weiß, dass dieses Manöver die zwei übrigen Gilden in Zugzwang bringt und auch verärgert. Wir stellen unsere Bedingungen und hoffen, dass diese auch eingehalten werden. Ich will gerade noch einen Einwand bringen, da rollt Savertin schon den Vertrag zusammen. Anstelle meiner Unterschrift ist ein Pfoten Abdruck auf dem Pergament. Ich werde meinem Zeichen vertrauen und hoffen, dass es sich nicht irrt. Auch wenn Hesindian sauer ist, wird er hinter seinem Stolz zugeben müssen, dass in einem drohenden Krieg dieses Bündnis nicht mit Dukaten aufzuwiegen ist.

Wir bekommen erste Informationen über die Aktivitäten von Borbarad auch gleich geliefert. In Tobrien scheint ein Druide mit der Hilfe von Erzdschinnen aus Steinen Diamanten herzustellen. Diese werden dann an Borbarads Schergen geliefert. Im Nebelwald in Ysillia soll dieser Druide leben. Der Kontaktmann vor Ort, Zurlan, lässt nichts mehr von sich hören. Also sollten wir bei diesem Druiden einfach mal vorbeischauen. Hesindian wird uns leider nicht begleiten, hat er noch ein paar Sachen zu erledigen. Er will wohl mehr über seinen Erzpakt herrausfinden und bei der Weißen Gilde vorsprechen. Da es von Mirham bis nach Ysillia eine weite Strecke ist und wir auch hier in Mirham nicht gesehen werden sollten, werden wir mit der Teleporter-Sphäre reisen. Eine größere Glaskugel in der mehrere Leute durch den Limbus gelangen können. Mir behagt die Vorstellung zwar nicht sonderlich, aber es scheint die schnellste Verbindung zu sein. Wir setzten uns in die Sphäre und alles wird grau um mich herum. Grässlich eintrönig ist alles und plötzlich treten wir aus diesem grauen Schleier heraus. Wir sind in Ysilia angekommen und fragen uns ein wenig durch. Der Nebelwald liegt im Osten und wir wollen keine Zeit verplempern und machen uns gleich auf zu der einsamen Hütte des Druiden. Fünf Minuten Zeit nehmen wir uns aber dann doch noch um Edo ein Elementar beschwören zu lassen.

Nach kurzer Zeit kommen wir an eine Köhlerhütte und erkundigen uns nach dem weiteren Weg. Von dem Köhler erfahren wir auch, dass eine weitere Gruppe nach dem Druiden sucht. Zwei Söldner, zwei Kinder und ein älterer Mann auf einem Pferd. Wir beeilen uns und an einer Eiche erkennt Taon, dass die zweite Gruppe den Falschen Weg genommen hat. Wir können die Hütte also als erste erreichen. In der Hütte sitzt der Druide und redet wirres Zeug. Ich schaue mir sein Seelentier an und kann eine Eule erkennen. Plötzlich dreht sich Edo um und will, dass ich ruhig bin. Wieso ist er plötzlich so komisch? Auf mein Nachfragen hin will er mich schlagen aber mit nur mäßigen erfolg. Ich konzentriere mich um einen Ring der Friedfertigkeit hier herumzulegen aber leider klappt es anscheinend nicht. Nach dem gefühlt zwanzigsten Versuch trifft er mich dann doch, schlägt aber zu wie ein TSA-Geweihter. Taon versucht Edo zu beruhigen da hören wir das Sirren einer Armbrust.

Das Dach vom Haus des Druiden fängt Feuer. Das lässt auch Edo wieder zur Besinnung kommen. Nun zeigt sich auch unser Gegner. Es ist Xeraan. Ausgerechnet Xeraan. Mit zwei Söldnern und zwei Jungen, von denen mir einer sehr bekannt vorkommt. Es ist der Neffe von di Calotta. Aber die Jungs sehen nicht mehr normal aus. Ausgezehrt und anstatt der linken Hand ist eine Kralle zu erkennen. Mögen die Götter Xeraan für seine Taten Strafen. Ich wirke einen Rausch auf einen der Söldner und di Calottas Neffen. Alessa wirft ein Beil auf Xeraan und muss sich gegen eines der Kinder zur wehr setzen. Ich komme Alessa zur Hilfe. Bei ihr angekommen wirke ich einen Dämonenwall der uns gegen seine dämonischen Attacken schützen wird. Marike will sich Xeraan vorknüpfen und auch Edos Wasserelementar geht auf den Magier los. Einer der Söldner schlägt mit einer Ochsenherde auf das Elementar ein, während der zweite Söldner ein wenig dümmlich in der Gegend rumsteht und nicht so recht weiß was er machen will.

Marike will gerade zum entschiedenen Schlag gegen Xeraan ausholen, da ist er plötzlich verschwunden. Die feige Ratte flieht immer ohne sich zu stellen. Derweil stirbt der Junge der mir gegenüber steht durch meinen finalen Schlag mit meinem Stab. Auch wenn Teile des Geistes und Körpers noch die des Jungen sind, so ist er doch zu verunstaltet worden und ein Tigerdämongeist fährt aus dem Körper. Di Calottas Neffe ist also auch nicht mehr zu Retten. Wieso muss ausgerechnet ich den finalen Schlag setzen. Und dann auch noch bei einem Kind. Zum Glück bleibt mir keine Zeit darüber nachzudenken. Marike erledigt den Söldner mit der Ochsenherde, während hinter uns im Wald Taon mit dem zweiten Söldner beschäftigt ist. Ich gehe nun auch zu Marike, die noch di Calottas Neffen gegenüber steht. Ich schlage einmal zu und auch er stirbt. Ich weiß, dass es nur noch eine dämonengeschändete Hülle und kein Kind mehr war, dennoch muss ich damit klar kommen nun zwei Kinder auf dem Gewissen zu haben wo ich Waffen und Kämpfe doch rein gar nichts abgewinnen kann.

Nach dem Kampf können wir den Druiden doch ein wenig Informationen entlocken. Edo hatte ihn aus dem Haus geholt bevor es komplett ausgebrannt ist. Er erzählt uns, dass eine Elfe, eine Borbaradianerin die Diamanten aufgekauft hätte und über einen Mittelsmann nach nach Osten verschickt. Bei dem Mittelsmann soll es sich um Delian von Wiedbrück handeln und der Treffpunkt zur Übergabe wäre wohl Mendena. Wir begraben noch die Leichen der Söldner und der Kinder und machen uns auf nach Mendena. Als wir in der Stadt angekommen sind ist gerade Markttag und wir mischen uns unter die Einwohner. Da sehen wir einen kleinen Mann der von zwei Leuten eskortiert wird und eine Kiste bei sich hat. Es ist Wiedbrück. Nach einiger Zeit nähert sich ein Mann auf einem Pferd. Es ist der Blondschopf aus Edos Vision. Ich will mir sein Seelentier anschauen und bekomme einen Schock. Er besitzt kein Seelentier. Er muss ein Paktierer sein, der seine Seele verkauft hat wie ein Stück Brot. Da es hier von vielen unschuldigen Leuten wimmelt, verfolgen wir den Blonden nachdem er die Kiste an sich genommen hat. Wir sind unermüdlich und tauschen unterwegs öfters unserer Pferde aus. Doch der Blonde scheint ohne Rast zu reisen. Nach ein paar Tagen kommen wir an einer Steilküste an und sehen den Blonden am Rand der Klippe stehen. Die Kiste fliegt auf ein Schiff mit schwarzen Segeln zu. Auf den Segeln ziert ein schwarz rotes Dreieck. Edo schießt aus seiner Hand einen Erzstrahl und zertrümmert die Kiste und die Diamanten regnen in das Meer. Der Tulamidische Magier der an Bord steht schaut uns böse an während das Schiff auf die offene See fährt. Nun geht es dem Blonden an den Kragen und er hat uns alleine Nichts entgegenzusetzen. Er schreit nach Lolgramoth, doch seine Wahl war schlecht. Sein Körper fängt an sich auszuzähren und er scheint in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit zu altern und zu verfallen. Es bleibt nichts als Knochen übrig. Wieder einer weniger und diesmal sind wir nicht zu spät gekommen. Aber Xeraan lebt und ist entkommen. Der Namenlose, Borbarad, Xeraan, Pardona – zu viele Feinde. Ich blicke mit Schauern auf unseren weiteren Weg…

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