Die Schlacht um Eslamsbrück beginnt

(verfasst von Kyrillion)

Wir kommen alle langsam zur Ruhe. Die Ereignisse der letzten Stunden lasten noch schwer auf uns und vielleicht werden wir nie realisieren welch geschichtsträchtiges Ereignis wir gerade beigewohnt haben. Kurkum ist nicht mehr. Die Burg ist geschmolzen wie eine Sandburg nach dem Regen. Ypolitta ist tot, doch der Feind hat nicht alle Amazonen erledigen können. Von den 600 Söldnern haben ettliche den Tod durch den Drachen gefunden und die die konnten, sind vorerst geflohen. Nur der Tempel in dem wir noch ausharren hat keinen Kratzer abbekommen.

Die geheimnisvolle Frau aus dem Limbus erwacht und ist verwirrt. Ich kann sie einigermaßen beruhigen und kann ihr entlocken, dass ihr Name Leyla von Al’Anfa ist. Das letzte Datum, an das sie sich erinnern kann, ist 1010 nach BF und damit hätte sie neun Jahre kämpfen im Limbus verbracht. Der Patriarch von Al’Anfa, den sie beschützen sollte, sollte ersetzt werden. Als die Pforte in den Limbus geöffnet wurde, trat sie hindurch um das Wesen von unserer Welt fern zu halten. Wie sie an das Zahnfragment gekommen ist, weiß sie aber nicht. Während die anderen das Tal auskundschaften, erzählt mir Marike von ihrer Vision. Ob sie für den Tod der Amazonen verantwortlich wäre, fragt sie mich. Aber dieser Preis den sie gezahlt hat, als sie den Blitz wählte, kann nur jemand zahlen der selbstlos bereit ist, sich für die Schwachen und Unschuldigen zu opfern. Nicht jeder hätte diesen Preis bezahlt und dadurch einen Kontinent in den Untergang geschickt.

Wir müssen das Tal so schnell wie es geht verlassen. Die Söldner sind zwar geflohen, es hat aber den Anschein, dass sie bald wieder kommen um die zurückgelassenen Sachen wieder zu holen. Mit allen die noch laufen können, machen wir uns in diesen Namenlosen Tagen auf nach Beilunk. Es behagt mir gar nicht in dieser Zeit offen herumzureisen. Auch wenn wir gegen Borbarad den Sohn des Nandus kämpfen, so hat sich auch der Namenlose uns schon als Gegner gezeigt. Der Sohn des Nandus. Diese Formulierung trifft mich wie ein Schlag. Wenn der Drache damit recht hat, so stammt der Weltenschänder von einem Halbgott ab. Welch ungewöhnliche Pfade die Zwölfe und ihre Kinder uns bescheren.

Wir marschieren bis an unsere Leistungsgrenze. Nach dem wir das Tal verlassen haben, verlässt uns der Richter der Neun Streiche mit Leyla um sie nach Perricum zu bringen. Er sagt uns noch, dass wir ihn in Punin wiedersehen werden. Wieso Punin und wann sagt er aber nicht. Trotzdem wir alle keine Kraft mehr haben laufen wir weiter bis wir in einem Wald endlich Rast machen können. Doch wir haben nur sechs Stunden und somit legen wir uns sogleich hin und ruhen uns aus. Ich frage Hesindian, wieso er mit Drachen reden kann. Er erzählt, dass er im Tal der Elemente einen Teil seines Wissens eingetauscht hatte um neues Wissen zu erlangen. Ich schaue mir sein Seelentier an und der Falke ist nun komplett golden. Nicht nur das auch der Falke sieht mich an und scheint genau zu wissen was ich denke. Erst Taon und nun Hesindian, was ist den nur mit ihren Seelen los. Aber Hesindians Falke bereitet mir weniger Angst als Taons Riesenwolf.

Am Ende der Namenlosen Tage erreichen wir Beilunk. Wir sind nicht die einzigen. Ein Flüchtlingsstrom aus dem Norden sucht auch die sicheren Mauern von Beilunk auf. Vor dem Stadttoren stehen PRAiosgeweihte und Weißmagier und überprüfen jeden einzelnen der die Stadt betreten will. Die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm. Auch wir müssen uns anstellen und einem der Geweihten stellen. Doch dieser ist schnell überfordert mit der Situation. Eine Kriegerin mit gelben Augen und Schuppenhaut, ein Druide mit einem pulsierenden Glasauge, ein Magier mit einem goldenen Arm, ein halbelfen Krieger mit einer Furchtsamen Aura, Alessa und ich. Wir dürfen nicht nur in die Stadt sondern bekommen auch zwei Zimmer in dem Hotel welches die Geweihten für sich in Anspruch genommen haben. Hesindian erbittet sich noch eine Audienz beim Konvogatius Primus, der ebenfalls in Beilunk ist. Nur das Schwert der Schwerter fehlt. Ayla ist mit fünf Schiffen aufs Meer hinausgefahren um die Lage auszukundschaften. Im Hotel sind viele Geweihte vertreten. PRAios, RONdra, FIRun und auch ein paar EFFerdgeweihte sind anwesend. Dass die PRAiosgeweihten in der Überzahl sind, merkt man an den getrennten Zimmern. Welche rückständige Denkweise. Aber wer will sich schon mit den unbelehrbaren Extremisten der Zwölfe anlegen, in einer Zeit die andere Sorgen hat. Am Abend gesellt sich Adomar zu uns in unseren Speiseraum. Er ist einer vom 150 RONdrageweihten aus dem Horasreich. Endlich nehmen die Obrigen auch in den anderen Ländern die Lage ernst und stellen sich gegen das Böse. Da wir auf diverse Audienzen warten, wie Hesindian bei Saldor Foslarin oder wir bei der Markgräfin Gwiduhenna, haben wir ungewöhnlich viel Zeit. Ich besuche den RAHjatempel und schreibe dort einige Briefe an meine Verbündeten und die, die ich hoffentlich bald dazu zählen kann. Zum einen muss ich Hesindiane, Di’Carlotta und meine Kirchenorden warnen, dass der Feind meine Chroniken studieren konnte, zum anderen kann ich nicht überall sein um mit jedem zu reden. Ich will nicht wieder den Fehler machen und mögliche neue Verbündete hier zu erwähnen, für den Fall das meine Notizen wieder dem Feind in die Hände fallen. Auch hoffe ich ein paar Tricks zu lernen. Bis jetzt hält die Schöne noch ihre Hand schützend über mich, doch wie lange weiß ich nicht.

Am dritten Tag kommt das Schwert der Schwerter nach Beilunk zurück. Allerdings nur mit einem von fünf Schiffen die auf Erkundung in See gestochen waren. Ihr Schiff hat beträchtlich Schlagseite, was auf eine Schlacht auf offener See schließen lässt. Bei Ayla bekommen wir sofort eine Audienz, da sie alles über die Schlacht um Kurkum wissen will. Leider können wir ihr wenig positives Berichten und auch sie hat keine guten Neuigkeiten. Sie ist mit ihren Schiffen auf eine der Dämonenarchen getroffen. Sie konnte sie zwar zurück in die Niederhöllen schicken, aber der Verlust von vier Schiffen mit all den Menschen und Geweihten ist ein hoher Preis den sie zahlen mussten. Wir wissen zwar nur sicher von einer weiteren Arche die auf Dere ist, aber was sollte den Feind hindern weitere zu beschwören. Auch erzählt sie uns, dass die Markgräfin beschlossen hat nicht auszurücken. Beilunk soll den größtmöglichen Schutz vor der feindlichen Armee genießen. Das heißt aber auch, dass Tobrien sich selbst überlassen wird. Sie gibt uns noch mit auf dem Weg, das sie sich daran halten wird, aber die Gezeichneten nie alleine ein Wagnis eingehen lassen würde. Sie läd uns noch zu einem besonderen Gottesdienst ein, am fünften RONdra.

In der Zwischenzeit hört sich Alessa noch ein wenig um auf den Strassen von Beilunk. Mehrere schwarze Magier haben sich Borbarad angeschlossen. Es fallen Namen wie Galotta und Publius Rothorn. Dieser letzte Name sagt aber selbst Hesindian nichts. Wer mag sich darunter verbergen?

Am fünften RONdra finden wir uns für den speziellen Gottesdienst ein. Das Schwert der Schwerter spricht Ypolitta in einer bewegenden Zeremonie heilig. Es ist ein bewegender Moment und gerade für Marike muss es ein besonderer Augenblick gewesen sein. Einzig Taon scheint sich weniger für dies alles zu Interessieren. Er wird immer sonderbarer, wenn dies einer von uns überhaupt noch werden kann. Doch die Heiligsprechung ist nicht alles, über Luciana von Perricum wird ein Kirchenbann verhängt und sie ist somit Vogelfrei. 1000 Dukaten hat Ayla aus ihrem privatem Vermögen auf Lucianas Kopf ausgesetzt. Am Ende des Gottesdienstes kommt Ardomar zu uns und lädt uns ein mit zum Kriegsrat zu kommen. Es würde uns bestimmt interessieren, was dort besprochen wird. Das Schwert der Schwerter hat ihn einberufen, da sie wohl Neuigkeiten hat. Einer der Anwesenden sticht mir sofort ins Auge, nicht weil er mir bekannt vorkommt, sondern eine deutliche Ähnlichkeit mit Alessa aufweist.

Ayla von Schattengrund hat einen Brief aus Eslamsbrück erhalten. Der Feind ist gesichtet worden, wie er auf die Stadt und die strategisch wichtige Brücke zumarschiert. Der Reichsbehüter ist zwar auf dem Weg wird aber nicht rechtzeitig eintreffen und weiterhin weigert sich die Markgräfin Truppen zu entsenden.

Unsere Entscheidung ist vor jeder Frage an uns getroffen und kundgetan. Eine Stadt ist in Nöten, eine feindliche Armee rückt näher. Da müssen wir hin. Die Menschen können von den Gezeichneten und ihren Gefährten nicht in Stich gelassen werden. Ardomar kann sich ein Lachen nicht verkneifen, ist doch jedem im Raum sofort klar, wieso er uns mitgenommen hat. Aylas List uns in der Not nicht alleine zu lassen, war ihre Hintertür doch ein paar Truppen entsenden zu können zu „unserem Schutz“. Vierzig RONdrageweighte sollen uns begleiten angeführt von Ardomar sowie dreißig Kampfmagier. Sogar Saldor Foslarin wird uns begleiten. Dieser scheint persönlich auf Nummer Sicher gehen zu wollen, dass wir keinen Mist bei dieser Mission bauen. Vielleicht hat er aber auch nur das Warten satt und will selber mitmischen.

Wir brechen auch sehr schnell auf und kommen gut voran. In Warunk treffen wir auf Walpurgia von Weiden. Sie lagert dort mit 950 Soldaten und Söldnern um auch nach Eslamsbrück zu ziehen. Eine Beeindruckende Armee mit der wir unterwegs sind. Es passiert auch nichts bis Eslamsbrück, aber wer will sich dieser Streitmacht unbedarft in den Weg stellen. Da wir nicht wissen ob die Stadt oder die Brücke angegriffen wird, Postieren wir uns an einer Gabelung in der Mitte der Strecke zwischen Eslamsbrück und der Brücke. Wir fangen mit diversen Vorkehrungen an. Hesindian fängt an die Brücke mit seinen Bannkreisen zu versehen und der Fluss wird mit Pfählen versehen. Ich versuche die Moral der Truppe ein wenig zu heben. Edo und Hesindian beschwören noch einen Wasserdschinn. Hoffentlich kann der Dschinn uns genauso gut helfen wie der auf Kurkum.

Die Umwelt um uns herum zeigt erste Veränderungen. Fäulnis auf den Pflanzen und in dem Fluss nehmen ungewöhnlich zu. Dies spricht für dämonische Aktivitäten. Unsere Späher kommen zurück. In ungefähr einem Tag wäre der Feind da und kommt aus Nord-Nordost. Unsere Armee nimmt Stellung ein und das Warten beginnt erneut. Es beginnt zu Regnen und die Tropfen prasseln unangenehm auf uns nieder. Walpurgia und Ardomar scheinen angespannt zu sein und dann erscheint am Horizont der Feind. Sie scheinen zahlenmäßig unterlegen zu sein, doch der Schein hat uns schon oft betrogen.

Vier Personen mit einer Regenbogenflagge reiten ruhig und entspannt in die Mitte des Schlachtfeldes. Luciana von Perricum und Ingolf Nordmarken sind unter ihnen. Sie haben es also aus Kurkum geschafft bevor der Drache sein Werk verrichten konnte. Ich schaue mir ihre Seelentiere an. Lucianas Seelentier ist eine gepanzerte Echse. Nordmarken besitzt keines. Er ist also einen Pakt eingeganen, der sein Verderben sein wird. Die Verhandlung ist schnell vorüber, wir geben nicht auf und Luciana lächelt daraufhin böse.

„Tötet sie“- sind ihre Worte und, aus einer Unsichtbarkeit heraus, taucht ein Schruuf vor uns auf, um diesen grausigen Befehl folge zu leisten.

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