Das Ende von Ysilia

(verfasst von Marike)

Auf dem Weg zurück in die Burg taucht plötzlich dieser Haffax auf. Ich sehe ihn in einer Seitengasse und würde ihm am liebsten die Eingeweide herausprügeln. Wie kann er uns alle nur so hintergehen…
Ein Duell wäre momentan aber keine kluge Idee, ich merke, dass ich noch etwas angeschlagen bin und muss zähneknirschend wegschauen um nicht doch losrennen und ihm meinen Streitkolben durch sein hässliches Gesicht zu ziehen.
Im Burghof angekommen, treffen wir auch wieder auf Hesindian und Edo sowie rund 200 waffenfähige Bürger der Stadt. Ob sie im Ernstfall wirklich kämpfen können, ist fraglich.
Herzog Bernfried findet dennoch passende Worte und kann seinen Frauen und Männern Mut zu sprechen, sodass sie gewillt sind, der immer weiter in die Stadt eindringenden Horde die Stirn bieten zu wollen.

Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie die Bannakademie zu Ysilia unter einer leuchtenden, blauen Kuppel verschwindet. Hesindian sagt, dass dies ein magischer Schild sei und scheint selbst überrascht über dessen Größe zu sein.

Ich versuche mir für mich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und komme nicht umhin zu sagen, dass wir kurz nach der dunklen Praiosstunde gut 2/3 aller Leute verloren haben. Es scheint, dass aber auch der Feind einige Einbüßen hinnehmen musste; von den maraskanischen Kämpfern sind keine mehr übrig, die Anzahl an Goblins und Hummerier konnten wir ebenfalls ziemlich dezimieren. Horden ziehen jetzt durch die Stadt und beginnen mit Plündereien. Wie mich dieses Gesindel anwidert vermag ich nicht in Worte zu fassen…

Gemeinsam mit dem Herzog gehen wir in die Burg. Hier wird jetzt jede helfende Hand benötigt um das gesamte Mobiliar zu einer Barrikade umzufunktionieren. Der Herzog erzählt währenddessen, dass der Fluchttunnel unmittelbar des Waldes endet, wo der Feind aktuell noch lagert. Das heißt, dass wir, um ihm benutzen zu können, warten müssen, bis die Burg angegriffen wird. Das gefällt mir ganz und gar nicht…

Später sehen sich Taon und Alessa den Fluchttunnel genauer an und berichten von einer ungefähr 30 Schritt langen Leiter, die nach unten führt. Außerdem sei der Tunnel so eng, dass immer nur einer nach dem anderen durchkommt und am anderen Ende bedeckt eine große Steinplatte den Ausgang. Auch das gefällt mir ganz und gar nicht… Sollten wir wirklich erst damit beginnen, mit allen Menschen durch diesen Tunnel zu flüchten, wenn der Ysilstein angegriffen wird, könnte es schon fast zu spät sein.
Ein Schrei ertönt und ich werde aus meinen Gedanken gerissen. Hesindian, Edo und ich stürmen sofort los um nachzusehen, was passiert ist. Eine Hebamme kommt aus einer der Tür heraus und lässt und wissen, dass die Herzogin in den Wehen liegt. Das Kind hätte sich für seine Ankunft auf Dere fast keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können.

Die restliche Nacht können wir ein wenig ruhen um am nächsten Morgen das komplette Ausmaß der Plünderungen zu erblicken. Von den Burgmauern ist eine komplette Zerstörung des Tsa- und Perainetempels zu sehen, die restliche Stadt liegt ebenfalls in Trümmern. Überall wurden Einheimische an ihren Extremitäten aufgehängt, die nun als Zielscheibe für Übungen dienen. Es ist ein mehr als grausamer Anblick.
Die Bannakademie steht noch, jedoch fehlt die blaue Kuppel von gestern. Ich kann sehen, wie sich die Akademiegardisten am Tor versammeln um ihre Akademie vor dem zu schützen, was gerade auf sie zumarschiert: zehn mönchartige Gestalten, 15 Maraskaner und eine, über den Boden kriechende, geflügelte Schlange.
Wir laufen sofort in Richtung der von der Burg zur Akademie führenden Holzbrücke los um zu sehen, was dort passiert und um eingreifen zu können, wenn etwas passiert.
Der Pulk scheint sich unter einer dunkelrot leuchtenden Kuppel fortzubewegen, bis er ungefähr 10 Schritt vor dem Tor der Akademie halt macht. Wie sehen, wie ein Ignifaxius von der Akademie gezaubert wird und an der roten Kuppel zerspringt. Hesindian flüstert irgendetwas von „Gardianum“. Die weiße, hagere Gestalt in der Mitte des ganzen Pulkes gibt sich den Akademiegardisten zu erkennen. Es ist, unverkennbar, Galotta.
Edo und Taon holen sofort ihre Bögen heraus und eröffnen das Feuer. Bevor eine schwarze Wand (Hesindian nannte sie „Fortifex“) entsteht, an der alle weiteren Pfeile abprallen, schafft Edo einen Treffer auf Galotta zu landen. Hesindian höre ich in diesem Moment nur „Transversalis“ sagen, da ist er auch schon weg.
Wir laufen weiter auf der Brücke entlang Richtung Akademie bis wir im Innenhof bei ihrer Spektabilität Jalna Ingrimsdottir, Hesindian, den Akademiegardisten und drei weiteren, deutlich älteren, Magier ankommen, die sich gerade einen Teppich anschauen.
Jalna übergibt Hesindian noch eine Thesis (Hesindian machte mich später ausführlich darauf aufmerksam, wie wichtig diese sei) als das Tor plötzlich zerspringt und Maraskaner eindringen. Ein Eisball trifft den Teppich, der sofort einfriert. Pubius Rothorn gibt sich zu erkennen (wo ist eigentlich dieser Galotta schon wieder?) zerstört zunächst den Teppich mit seinem Stab und fordert die Akademie ein. Das alles ist für Hesindian nicht hinzunehmen, sodass er sich mit ihm duelliert und auch wir anderen werden in Kämpfe verwickelt. Plötzlich taucht Hesindian neben mir auf und ich erschrecke mich so, dass meinem Gegner es schafft, meinen Schild zu zerstören. Dafür hat der Retourschlag umso besser gesessen. Ich muss mit Hesindian noch mal über dieses Zeitanhaltedings sprechen. Er kann mich doch nicht einfach so erschrecken!
Nachdem alle Maraskaner einen verdienten Tod gefunden haben oder wie kleine Mädchen aus dem Horasreich weggelaufen sind, machen wir uns auf den Rückweg in die Burg.
Auf halber Brücke angekommen, sehe ich, wie uns Jalna auf die Brücke folgt, ihr Gewandt hängt in glimmenden Fetzen an ihr und sie hat einen merkwürdigen Gegenstand in der Hand. Hesindian hält uns an, die Beine in die Hand zu nehmen und als wir das Brückenende erreichen, drückt Jalna ihren Gegenstand auf die Brücke, welche samt der Akademie in Flammen aufgeht.

An der Burg angekommen ist keine Zeit zum durchatmen, so steht ein kleiner Zug Untoter vor dem Tor. Taon und ich schaffen es, einen Teil der Zinnen auf sie herunterfallen zu lassen und die Ramme zu zerstören.
Hinter der Burg ertönt der Gong des Praiostempels und feindliche Truppen bewegen sich Ringförmig mit Katapulten auf die Burg zu.
Hesindian, Alessa und Edo gehen vorweg und wir beginnen die Evakuierung durch den Fluchttunnel. Plötzlich ist Kyrillions Katze wieder da. Kyrillion sagt, dass die Verstärkung wohl nicht kommen wird, wobei zumindest magische Vertreter bei den rund 20 ankommenden Heshthotim ganz brauchbar wären. Sie folgen uns in den Bergfried und klopfen an die Kellertür, hinter der sich der Fluchttunnel verbirgt. Ein großes, leuchtendes, zackiges, schwarzes Schwert bohrt sich durch die Tür und ich rufe in den Tunnel hinein, dass doch Hesindian oder Edo mal zu uns kommen sollen. In der Zwischenzeit verbarrikadieren Taon und ich die Tür. Plötzlich taucht Edo auf, und wieder erschrecke ich mich. Wofür gibt es Füße?! Es bleibt keine Zeit für erklärende Worte, denn Bernfried kommt mit einem Baby im Arm, einer Wache und seiner Frau die Treppe runter.
Die Tür erzittert immer mehr unter den Schlägen, die von außen auf sie einwirken, wir müssen hier weg!
Edo öffnet ein Auge in den Limbus und wir gehen hinein. Kurz bevor es sich schließt, muss noch ein Pfeil abgegeben worden sein, denn die Herzogen sackt in sich zusammen und ein Eispfeil (der aussieht wie der, der auch Ulissa getötet hat) ragt aus ihr heraus. Wenn der Limbus nicht alle Worte und Töne verschlucken würde, könnt man die verzweifelten und wütenden Rufe des Herzoges hören, so sieht man ihm sein Leid nur an. Ich schultere die Herzogin vorsichtig und wir beginnen mit unserer Reise in diesen Götterfernen Sphären. Im grauen Wabern sehe ich alle meine schlimmsten Feinde, ihre Fratzen lassen nichts Gutes erahnen.
Edo scheint auch irgendwie verwirrt. Mich wundert das nicht. Als ob es hier irgendwo Anhaltspunkte zur Orientierung geben würde… In Weiden steht an jeder Kreuzung ein Schild, dass man weiß wo man hingeht.
Hier bewegen wir uns gefühlt Stunden über Stunden und kommen (meiner Meinung nach) nicht einen Schritt weiter. Plötzlich öffnet sich doch ein graues Portal und Edos Auge leuchtet so intensiv, dass ich meine, die Luft flimmern zu sehen. Ich will nicht wissen, was gerade in seinem Kopf los ist.
Aus dem Limbus getreten sind wir exakt bei Hesindian, Alessa und Kyrillion angekommen. Gemeinsam beschließen wir, die Herzogin hier am Waldrand zu bestatten. Und dann passierte es. Ich bin ja mittlerweile viel von meinen Mitreisenden gewohnt, aber was Kyrillion in den Hintern (und sein Hirn) gestochen hat, vermag ich gar nicht zu überlegen. Ich höre ihn nur „Rahja. Boron. Tschüß.“ sagen. Dann dreht er sich am Grab um und geht ein paar Schritte weg. Wir schauen uns alle total verständnislos an und ich meine wahrzunehmen, dass der Herzog einfach nur viel zu sehr erschöpft und in Trauer ist, um Kyrillion dafür mehr als nur einen Hieb zu verpassen.
Taon geht sowas ja schon länger nicht mehr nahe. Da weiß ich auch noch nicht, was ich von dieser Wandlung halten soll. Er beginnt ziemlich unmittelbar sich zu orientieren und wir folgen ihm.
Nach zwei Tagen treffen wir auf die ersten Späher des kaiserlichen Heeres. Wir werden zum Lager geführt, versorgt und weitestgehend in Ruhe gelassen. Am Folgetag erreicht uns ein Bote mit der Nachricht, dass Prinz Brin unserer Hilfe nicht weiter bedarf, weswegen wir uns zu Pferd auf Richtung Heimat machen.
Am 28. Tsa erreichen wir die Acheburg. Hier ist inzwischen viel passiert, dennoch sieht es hier noch nicht sehr ansprechend aus. Anstelle der Krypta befindet sich nun eine große Steineiche, die gefällt mir.
Im Burghof ruft Alessa uns alle zusammen und erzählt davon, dass sie glaubt, unsichtbar sein zu können. Feinde hätten sie an der Steintüröffnung des Fluchtweges nicht gesehen. Wir sind alle total begeistert davon, als Taon ein Experiment vorschlägt. Er will Alessa mit seiner ganzen Kraft angreifen und sie soll versuchen sich unsichtbar zu machen. Ich stehe zur Sicherheit mit meinem Schild an ihrer Seite.
Ich hoffe nur, dass das gut geht…
Taon greift Alessa an, ich sehe, wie sie ihre Augen schließt und plötzlich bricht Taon die Attacke ab. Hat ihn jetzt doch der Mut verloren?
„Was macht denn das Kaninchen hier? Und wo ist Alessa?“
Was will der jetzt mit einem Kaninchen, Alessa steht doch noch da. Ich glaube, dass hier alle nach und nach verrückt werden. Als Alessa einen Schritt zur Seite geht, erschreckt Taon sich. Er erzählt, dass er Alessa wirklich nicht mehr gesehen habe und dafür ein Kaninchen am Boden saß.
Nun ist auch Hesindian neugierig und untersucht Alessas Handschuh. Er murmelt allerlei Dinge, die der Handschuh wohl kann und welche Zauber permanent auf ihm wirken. Ich höre sowas wie „harmlose Gestalt“, „Radau“ und „Motoricus“. Da bin ich ja mal sehr gespannt, was Alessa in nächster Zeit mit ihrem neuen Wissen über den Handschuh anfangen wird.

Wir reisen weiter nach Punin und kommen Mitte Phex in unserem Haus an.
Dort wartet ein Brief auf Edo und Hesindian. Sie sind zum allaventurischen Konvent der Magie eingeladen, außerdem wurde Hesindians Antrag auf einen Redetermin auf dem Konvent genehmigt.
Ein Brief an Kyrillion verbirgt ebenfalls eine Einladung, er darf zum Geweihtenkonvent erscheinen.
Der aventurische Bote Phex 1020 informiert: Maraskan durch Helme Haffax vereint unter der Dämonenkrone.

Darauf erst einmal ein paar Becher Met…

 

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